Der erste Tag
Audimax der Universität Oldenburg besetzt!
Am Donnerstag, den 19. November wurde das Hörsaalzentrum der Uni Oldenburg besetzt. Eine kleine Gruppe Studierender rief dazu auf, sich im Hörsaal 3 zu treffen um zu besprechen, wie man auf die Bildungsproteste reagieren könne. Sie hätten sich nicht träumen lassen, was folgte.
Saßen im Hörsaal zunächst nur ein paar versprengte Leute, drängten sich schon bald so viele Studierende herein, dass erst die Stühle beiseite gestellt wurden, schließlich aber auf den größten Hörsaal ausgewichen werden musste – dieser fasste die Menge der Protestwilligen so gerade eben. Paul war ebenfalls dabei.
Dementsprechend euphorisch war die Stimmung, schnell wurde klar, dass auch in Oldenburg das Audimax besetzt werden würde. Erwartungen wurden zusammen getragen, die drei Hörsäle nach den Schwerpunkten “Aktionen”, “Inhalte” und “Organisation” aufgeteilt.
Zunächst gingen die Anwesenden jedoch auf die Straße, besetzten die Kreuzung Ammerländer-Heerstraße / Uhlohrnsweg und zogen dann, nun unter Polizeibegleitung, in die Innenstadt bis zum Lefferseck. Sie machten so spontan auf ihren Protest aufmerksam.
Später fanden sich dann Gruppen unter den festgelegten Schwerpunkten in den Hörsälen zusammen. Eine unglaubliche Spontanität und Kreativität wurde in den Gruppendiskussionen entfaltet. Als auf dem Plenum im Hörsaal 1 die Ergebnisse vorgetragen wurden, war das Audimax schon kaum wieder zu erkennen:
Die Volksküche der Alhambra (autonomes Zentrum in Oldenburg) zeigte sich solidarisch und schaffte Essen heran, vor dem Eingang brannte eine Feuertonne, überall diskutierende StudentInnen, der Hörsaal weiterhin zum Bersten voll. Eifrig wurde über Inhalte, Aktionen und Organisierungsfragen diskutiert, es wurde mehrfach betont, dass der basisdemokratische Charakter des Protestes beibehalten werden soll.
Die Nordwestzeitung berichtete auf ihrer Seite und stellte Fotos der Spontandemonstration online. Am Abend spielte die Uni-Bigband in der Vorhalle. Für die kommenden Tage sind eine Reihe kreativer Aktionen, Diskussionen und Vorträge geplant, außerdem soll eine Vernetzung mit anderen Unis, der Fachhochschule, SchülerInnen… erreicht werden.
Der “heiße Herbst” des Bildungsstreiks hat Oldenburg erreicht, wir halten uns weiter warm, achtet auf Ankündigungen.