Gedanken einer Schülerin

Liebe Mitgefangene des Systems!
Seit Donnerstag, dem 19.11.2009 ist die Oldenburger Uni besetzt. 600 Demonstranten und Demonstrantinnen gingen auf die Straße um ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen der Unzufriedenheit und des Widerstandes, denn die ungerechte und kapitalistische Bildungsgesellschaft macht sich bei allen Betroffenen bemerkbar: bei SchülerInnen, LehrerInnen sowie StudentInnen und ProfessorInnen.
Zu kleine Klassenräume mit zu vielen SchülerInnen mit zum Teil überforderten LehrerInnen als Autoritätspersonen machen das Schulleben unzumutbar. Aber das wisst ihr sicher schon, schließlich erlebt ihr es selber Tag für Tag.
Diese Bedingungen schreien geradezu nach einer Reaktion. Diese Reaktion sei euch selbst überlassen. Ob ihr euch nun den Studierenden anschließt, oder selbst zeigt, wie sehr euch der ganze Dreck zum Hals steht.
Macht euch stark für euch selbst und andere!

Zur Aktion:
Natürlich fragt ihr euch jetzt, warum ihr eine nicht selbst organisierte Aktion unterstützen sollt, dessen Sinn ihr evtl. nicht einmal versteht. Die „Bildungsmüll-Aktion“ ist nach einer spontanen Idee heraus entstanden. Mit dieser Aktion soll zum Ausdruck gebracht werden, wie groß die Töne sind, welche die PolitikerInnen in Sachen Bildung andauernd spucken und wie wenig wir, SchülerInnen und damit eine der wichtigsten Gruppen im Bereich Bildung, davon profitieren. Das Gegenteil ist der Fall. Lernmittelkosten, Leistungsdruck, Konkurrenzdenken, Turboabitur sind nur wenige von vielen Folgen der herrschenden Bildungspolitik.
Wir sollen die Zukunft sein?
Dann gebt uns die Chance, eine Zukunft zu gestalten, frei von bildungskapitalistischen Werten, frei von Konkurrenzdenken und all dem momentan herrschenden Schrott, damit wir uns nicht als missachtete und wertlose Menschen fühlen, eben wie Müll.
Viele SchülerInnen fühlen sich nämlich als eben dies, als „Bildungsmüll“, wofür die Müllsäcke der heutigen Aktion stehen. Wir stellen uns dar, wie wir uns wahrnehmen und wie wir nicht wahrgenommen werden wollen!
Diese Aktion ist freiwillig, unterstützt sie wenn ihr wollt, fühlt euch auf gar keinen Fall gezwungen.

15 Responses to “Gedanken einer Schülerin”

  1. BWL Student Says:

    “die ungerechte und kapitalistische Bildungsgesellschaft”

    schon mal was von freier marktwirtschaft gehört? sollte man zumindest.
    nächster schritt: dran denken, dass die dortigen regeln auch auf den bildungssektor zutreffen könnten.

  2. ein anderer Student Says:

    “dran denken, dass die dortigen regeln auch auf den bildungssektor zutreffen könnten”

    Wie denn – erfolgreich – teilnehmen an “deiner” freien Marktwirtschaft, wenn schon die Voraussetzungen dafür(Bildung) von den “Marktregeln” abhängen? Und eine dieser Regeln dürfte, vereinfacht gesagt, sein: “ohne Moos, nichts los”.

    Und wenn der Zugang zur Bildung, die ein Zugang zur Wirtschaft ist, wiederum vom Erwirtschafteten (Geld) abhängt, dann sehe ich da so etwas wie einen Teufelskreis. Und der wird durch zusätzliche Belastungen wie die Studiengebühren mit Sicherheit nicht abgemildert…

  3. BWL Student Says:

    dafür gibts BAFÖG (und das ist hoch genug)

  4. ein anderer Student Says:

    Hm …580€ = Bafög-Höchstsatz pro Monat

    davon abzuziehen sind ja die ~1500€ p.a. an studien-/verwaltungsgebühren -> -~120€ po Monat
    -> 460€/Monat

    Ein einfaches Zimmer im Wohnheim liegt auch bei min. 160€
    -> 300€/Monat

    Und damit liegt man dann 80€ unter Hartz4 und hat damit pro tag also gut und gerne 10€/Tag zur Verfügung: Für Kleidung, Essen, Lernmittel…

    ganz so üppig ist das imho nicht; dass man bei einem Nebenjob, um das aufzustocken u.U. die Regelstudienzeit nicht einhalten kann und damit keinen Berechtigung für’s Bafög mehr hat, kommt da dann noch dazu.

    – Aber da du ja sicherlich auf Bafög angewiesen bist, wirst du das ja besser beurteilen können.

  5. BWL Student Says:

    das zimmer im wohnheim deckt ja sämtlichen grundbedarf wie wasser, strom, internet, heizung, etc. bereits mit ab. man braucht sich von den verbleibenden 10 € pro tag also nur noch zu ernähren und uni materialien zu kaufen. eine mahlzeit mit getränk kostet in der mensa im schnitt 3 €. also wohl kein problem.

    bus und bahn können mit dem semesterticket auch umsonst benutzt werden.
    davon mal abgesehen finde ich es alles andere als utoptisch neben der uni noch ein paar stunden im monat arbeiten zu gehen, damit ist dann auch kleiner alltags luxus kein problem mehr.

  6. Cassis Says:

    @bwl student:
    und was ist wenn die profs wollen, das man “mal eben” dieses und jenes Lehrwerk kauft? da sind schnell mal eben 200 am Semesterstart zusammen. Und die sind nicht im Bafög drin.
    weiterhin… muss man auch noch was anziehen. ich glaube du hättest eindeutig etwas dagegen, wenn ich in der Uni nackt rumlaufe. weiterhin gibt es dann auch noch so dinge wie Freizeit und Kultur. und da ist dann eindeutig der Spaß am Ende. auch deckt mein Wohnheimzimmer nicht das Internet mit ab, denn wer nicht zahlt, dessen PC wird gesperrt. und auch nicht das telefon. das sind zusammen auch noch mal mindestens 30 euro im Monat. Bafög ist knapp. ende der diskussion. wenn du magst, kannst du dich gerne bei mir melden, dann mach ich mit dir das experiment “einen Monat leben von Bafög”. Wenn du dann immer noch sagst, dass bafög viel geld ist, können wir gerne weiter reden.

  7. BWL Student Says:

    also thilo sarrazin würde jetzt auch sagen das geht locker :)

  8. Eine Schülerin. Says:

    An BWL-Studi:
    Schade, dass du bei das Wort “bildungskapitalistisch” sofort auf die Studis beziehst, wobei ich nicht anmerken möchte, dass Schüler_innen wichtiger sind als Studis, ich möchte nur sagen, dass der Text aus der Sicht einer Schülerin verfasst wurde, und auch als solcher wahrgenommen werden soll, schließlich erhalten Schüler_innen in der Regel kein BAFÖG (was bei Studis aber auch so ist), sondern müssen sich die Schulbücher, Blöcke, Stifte etc. selbst anschaffen, was besonders in der Oberstufe arg teuer wird.
    In Bezug auf die freie Marktwirtschaft kann ich “einem anderem Student” nur zustimmen.

  9. BWL Student Says:

    schüler können auch bafög erhalten !

  10. student Says:

    man muss aber bedenken, dass schülerbafög meistens nur möglich ist,wenn der schüler nicht mehr bei seinen eltern wohnt. was aber,wenn man noch bei seinen eltern wohnt, die aber nicht das geld haben alles zu bezahlen. soll dann auf schulmaterial verzichtet werden?

  11. stefan beck Says:

    Tolle Internetpage – Hab ne kleine. Mein Ego ist auch zurzeit dabei meinen eigenen Blog zu coden und ich finde dein Style klasse. Download?

  12. peter Says:

    Das ist ein wordpress. Der aktuelle Style kommt von uns. LG – IT

  13. Slighty Says:

    @BWL – Student.

    Ja, theoretisch ist alles denkbar.

    Theoretisch kann man auch von 300 Euro im Monat überleben, wenn man keine Grippe bekommt oder sonst irgendwie krank wird, nicht raucht, nicht trinkt, nicht weggeht, keinen Fernseher hat, illegal Musik zieht und kaum Party macht.

    Man muss nicht verhungern und frieren.

    Was ist mit Ausgleich ? Wer einmal 5 Protokolle im F – Pratkikum in Physik in einem Semester gemacht hat, der weiss was ich meine. Wenn man nach monatelanger Dauerbeschäftigung mit Protokollen auch mal nach Berlin zu einem Freund möchte.

    Apropos: Wer zahlt die 1000 Euro für den Computer ?? Wehe, der geht kaputt.

    Oder wenn man eine Freundin hat ? Was ist mit weggehen oder etwas erleben ?

    Was ist, wenn man Medikamente einnehmen muss, und ständig mal Geld braucht, für die Apotheke ?

    Was ist, wenn man auch mal etwas anderes machen möchte, als essen ?

    Dann soll man arbeiten gehen (Sozialamt).

    Ohne Anspruch auf ALG II und mit sozialen Vorurteilen belastet (Studenten können nicht arbeiten), kann man dann Jobs machen, von denen andere zu träumen fürchten, Fettfilterreinigung in Grossküchen, Regaleinräumen im Supermarkt in netter Atmosphäre,
    oder gleich den Stadtplan von OL auswendig lernen, Taxi fahren und andere reiche Mitkommilitonen nach deren Party mit Freundin nach Hause fahren, nachdem man die Gepflogenheiten der älteren “Mitarbeiter” respektieren gelernt hat.

    Abgesehen davon dass man für das Studium auch noch was tun muss, ist es sehr schlecht bezahlt.

    Man kann also mit BAföG – Satz überleben, aber zum Leben ist es zuwenig. Das behaupte ich aus eigener Erfahrung.

    Es gibt auch etwas wie Lebensqualität, was das Leben lebenswert macht.

    Zum Schluss vergesse man nicht, dass man mit dem Studium auch noch (unbezahlt) beschäftigt ist.

    Ich bleib bei meinem Standpunkt.

    PS: Thilo Sarrazin ist bei der Deutschen Bahn AG, die für ihr ausschliesslich gewinnorientiertes und kundenfeindliches Gedankengut europaweit berüchtigt ist.

    Ich habe als studentischer Praktikant (unterbezahlt, ausgebeutet, und durch Gesetze über den Tisch gezogen etc.) eine bahnbrechende physikalische Erfindung getätigt, war also auch in der Elektronikindustrie beschäftigt. Und habe gearbeitet wie ein …

    Und ich sage: ES GEHT NICHT ! Es ist viel zu wenig !

    Man darf nicht mit Geld und Durchhaltewillen selektieren. Das ist Sozialdarwinismus.

    Und ich lass mir nicht von bestimmten Studiengängen und Studenten das Geld um des Geldes willen aus der Tasche ziehen. Auch wenn man es dort so lernt.

  14. Slighty Says:

    PS: Wofür bezahlt man eigentlich an der Uni ?

    Für die Betreuung und gute Lehre ??

    HAHA !

    ICH LACH MICH KAPUTT !

  15. Slighty Says:

    also mehr BAföG und Studiengebühren weg …

    oder wollt ihr die Studis schon an der Uni auf Fleiss konditionieren, wer nichts tut, wird
    bestraft ?? Damit man für sein Berufsleben die nötige Angst entwickelt ?

    Ist das die Philosophie, die dahinter steckt ? Lasst die Studis in Ruhe und schaut mal dahin, wo das Geld, ich meine damit quantitativ VIEL Geld steckt.